Die Energiewirtschaft fügt sich nur sehr schwer in eine reine Wettbewerbsordnung ein, die immer mehr in ihrer wirtschaftsregulierenden Funktion (trotz aktueller Beklemmungen) anerkann; wird. Gewisse monopolistische Tatbestände sind auf Grund technischer, rechtlicher und ökonomischer Eigenarten in der Energiewirtschaft unvermeidlich. Auf diese Zusammenhänge machte kürzlich Prof. Dr. Theodor Wessels (Köln) anläßlich einer Tagung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität Köln aufmerksam, wobei er angesichts der gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Konstellation eine Monopolkontrolle ebenfalls als unvermeidlich ansah. Eine solche Kontrolle kann aber in der Energiewirtschaft nicht von dem das Monopolrecht sonst beherrschenden Gedanken des Machtmißbrauches ausgehen. Daher strebt die Energiewirtschaft – wie auf der von zahlreichen in- und ausländischen Energiewirtschaftlern besuchten Tagung in Köln deutlich wurde – ein unter anderem auch die Monopolkontrolle regelndes besonderes Energiegesetz an, dessen spätere Ausführung nicht der Willkür politischer Meinungsbildung preisgegeben werden darf, sondern einer unabhängigen, objektiven und juristischen Instanz übertragen werden müßte. Dies soll vor allem Revisionsmöglichkeiten für solche Abreden erleichtern, die dem technischen Fortschritt nicht mehr entsprechen. Das künftige Energiegesetz, in welchem die Monopolkontrolle in der Energiewirtschaft aus Gründen gleichheitlicher Handhabung zur Bundesangelegenheit deklariert werden sollte, muß einerseits die Preishöhe zu kontrollieren versuchen, aber anderseits im Gegensatz zum allgemeinen Monopolrecht die Preisdifferenzierung gestatten, soweit sie sich auf echte Kostenunterschiede aufbaut. Oder „aktualisiert“ ausgedrückt: künftig müßte der Energiewirtschaft eine jeweilige Angleichung der Preise an die steigenden oder fallenden Kosten nicht mehr unmöglich sein – wie im Augenblick. Dü.