In Korea haben die Truppen der Vereinten Nationen den 38. Breitengrad auf der gesamten Frontbreite überschritten. Die Kämpfe haben sich zu einer gewaltigen Verfolgungsschlacht entwickelt. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Ostflanke des Mittelabschnitts, in der große Teile der kommunistischen Truppen abgeschnitten worden sind. Frontberichten zufolge ergeben sich die Kommunisten in Massen.

USA-Kommandostellen haben den Gedanken, die Nachschubstützpunkte der chinesischen Kommunisten in der Mandschurei aus der Luft anzugreifen, nach wiederholter sorgfältiger Prüfung verworfen. Der Chef des Stabes der amerikanischen Armee, General Collins, gab vor den Senatsausschüssen bekannt, das amerikanische Verteidigungsministerium habe einen neuen Geheimplan für den Koreakrieg ausgearbeitet.

Der amerikanische Senat hat weitere Beträge für Verteidigungszwecke in Höhe von über 6 Milliarden Dollar bewilligt. Die Gesamtverteidigungsausgaben in dem am 30. Juni endenden Rechnungsjahr betragen nun 86 Milliarden Dollar.

Die rotchinesische Regierung hat den Abschluß eines „Befreiungsabkommens“ mit Tibet bekanntgegeben. Damit ist der bewaffnete Konflikt, der im Herbst 1950 ausgebrochen war, beendet. Das Abkommen gibt Peking das Recht, die außenpolitischen Interessen Tibets zu vertreten.

Dem von den Vereinten Nationen empfohlenen Vorschlag eines Lieferembargos auf kriegswichtige Waren nach Rotchina hat das indonesische Kabinett als erste Regierung Folge geleistet. Der malayische Staatenbund und die britische Kronkolonie Singapore haben den Gummiexport nach Rotchina endgültig verboten. Die vietnamesische Regierung hat ein Embargo auf alle kriegswichtigen Warenlieferungen nach dem kommunistischen China und anderen Ostblockstaaten erlassen.

Der persische Ministerpräsident Mohammed Mossadiq erklärte, seine Regierung werde die Verstaatlichung der Ölindustrie unter allen Umständen durchführen, aber sie beabsichtige, die Anglo-Iranian Oil Company als Organisation bestehen zu lassen. Die britische Regierung hat den Streitfall an den Internationalen Gerichtshof überwiesen und der Regierung des Iran mitgeteilt, daß England es immer noch vorziehe, eine Regelung auf dem Verhandlungswege zu erreichen. Die Anglo-lranian Ail Company hat der persischen Forderung, Vertreter zu Verhandlungen über die Übergabe der Gesellschaft zu benennen, zwar abgelehnt, aber, einen Beobachter zu den Verhandlungen über die Verstaatlichung der Ölindustrie entsandt.

Die 16. britische Fallschirmjägerbrigade ist in das Mittelmeergebiet nach der Insel Cypern verlegt worden.