In einem kleinen Laden in Wismar, in dem er selbst mit einem Angestellten die Kunden bediente, hatte Rudolph Karstadt am 14. Mai 1881 – also vor 70 Jahren – sein erstes Geschäft eröffnet. Seine Praxis – zu vorteilhaften festen Preisen, jedoch nur gegen bar zu verkaufen – stieß anfangs auf den starken Widerstand seiner Konkurrenz. Trotzdem aber konnte er sich durchsetzen und gründete bereits 1884 Filialen an anderen Orten. 1920 vereinigte Karstadt sein Unternehmen mit dem seines Freundes Theodor Althoff. Und noch heute werden die Geschäfte, die aus dem Zusammenschluß stammen, unter dem Namen Althoff betrieben. Ein neuer Entwicklungsabschnitt begann mit der Gründung der Rudolph Karstadt AG. Krieg und Nachkriegszeit brachten erhebliche Rückschläge, die den Aufschwung jedoch nicht behindern konnten: Längst ist der Name des Hauses ein Begriff. we. Auf der HV. der Phrix-Werke AG., Hamburg, auf der 27 477 Aktien vertreten waren, wurden die RM-Abschlüsse von 1943 bis 20. Juni 1948 verabschiedet und die Umstellung des AK. im Verhältnis 2:l von 70 Mill. RM auf 35 Mill. DM beschlossen. Ein Antrag, die Aktien von Aktionären aus dem Osten in einem besseren Verhältnis umzustellen, verfiel, weil gesetzlich unzulässig, der Ablehnung. Da das Strafverfahren gegen das frühere Vorstandsmitglied Dr. Grom noch schwebt und der Zivilrechtsstreit gegen ihn ebenfalls noch nicht beendet ist, wurde einstimmig beschlossen, die Entlastung zurückzustellen. Mit 27 203 gegen 271 Stimmen lehnte man einen Antrag des Grom-Verteidigers Dr. Segelken ab, einen Sonderprüfer zur Untersuchung von beanstandeten Maßnahmen des Vorstandes einzusetzen. Der Aufsichtsrat wurde erweitert. Ihm gehören nunmehr an: Fritz Reinhardt, Körbecke; Hermann Schweitzer, Stuttgart; Dir. Julius Graf jun., Oberdorf; Präs. Otto Burkhardt, Kiel; Bankdir. Hans Rinn, Hamburg: Bankdir. Hans Erkelenz, Düsseldorf; Prof. Paul Baumann, Marl; Gerrit van Delden, Gronau, RA.; Dr. Max Tiefenbacher, Hamburg.

Die HV. der Hamburgischen Electricitäts-Werke AG., Hamburg, in der rd. 86,5 v. H. des AK. vertreten waren, stellte die DM-Eröffnungsbilanz zum 21. 6. 1948 fest und beschloß, das RM-Nennkapital von 150 Mill. RM im Verhältnis 1:1 auf 150 Mill. DM festzusetzen, die auf RM lautenden Aktien in auf DM lautende Aktien umzutauschen, den des Nennkapital übersteigenden Teil des Eigenkapitals von 30,004 Mill. DM mit 24,975 Mill. DM in die gesetzliche Rücklage einzustellen und den Restbetrag von 5 Mill. DM zur Fortführung der in der RM-Schlußbilanz ausgewiesenen freien Rücklage zu verwenden. Ferner genehmigte man den Jahresabschluß für das 55. Geschäftsjahr 1948/49. Der ausgewiesene Gewinn von 2,168 Mill. DM wird auf neue Rechnung vorgetragen. Aus dem Aufsichtsrat sind J. Nottebohm, Hamburg, Senator a. D. Dr. H. c. Everling, Hamburg, Landesminister a. D. Prof. Preller, Stuttgart, und Ministerialrat a. D. Haverbeck, Frankfurt a. M., ausgeschieden. Neu gewählt wurden Dir. Theodor Schecker, Hamburg; Carl Wiederkehr, Hamburg; Landesminister Dr. Andersen, Kiel, und Regierungsdir. Dr. Röhll. Hannover. Die Hansestadt Hamburg hat Dir. Kurt Fengefisch neu in den Aufsichtsrat entsandt.

Die HV. der Wöllgarnfabrik Tittel & Krüger und Sternwoll-Spinnerei AG., Hamburg-Bahrenfeld, die in Bremen abgehalten wurde, genehmigte die Umstellung des Grundkapitals im Verhältnis von 1:1 auf 12 Mill. DM. Das Unternehmen hatte, früher seinen Sitz in Leipzig und, wurde erst 1946 nach Hamburg verlegt. Die Fabrikanlagen in Leipzig verblieben jedoch im Eigentum der Gesellschaft, Sie unterstehen jetzt einem Treuhänder und sind als Anlagevermögen mit 5,11 Mill DM aktiviert.

Bei der Allgemeinen Baugesellschaft Lenz & Co. AG., Hamburg, erforderten die erheblichen Kriegsverluste eine Umstellung des Kapitals in der DM-Eröffnungsbilanz von 8 Mill. RM auf 4 Mill. DM, bei Zuweisung von 04 Mill. DM als gesetzliche Rücklage. Infolge der Vernachlässigung des Tiefbaus bei der Vergebung von Staatsaufträgen ergab sich eine unausgeglichene Beschäftigungslage und zum 31. Dezember 1949 ein Verlust von 0,062 Mill. DM. Auch für 1950 rechnet man mit einem Verlust, erwartet jedoch, daß er einschließlich des Verlust-Vortrages innerhalb der 100 000-DM-Grenze bleibt, zumal sich die ersten Monate, des neuen Geschäftsjahres befriedigend entwickelten. Dr. Sommer (AG. für Verkehrswesen) und Dr. Hoffmann (Wirtschaftsprüfer), Hamburg, wurden neu in den Aufsichtsrat gewählt.

Die Matth. Hohner AG., Trossingen, stellte ihr AK im Verhältnis 1:1 auf 9 Mill. DM um. Der freien Rücklage wurde in der DM-EB 5,378 Mill. DM und der gesetzlichen Rücklage 3,9 Mill. DM zugeführt. Der Reingewinn von 0,585 Mill. DM per 31. Dezember 1949 gestattet die Ausschüttung einer Dividende von 6 v. H. für das verlängerte Geschäftsjahr.

Nach Vorlage der Geschäftsberichte für die Jahre 1945 bis 1948, der RM-Schlußbilanz sowie der DM-EB setzte die Mix & Genest AG., Stuttgart, ihr AK von 11,2 Mill. RM auf 7,84 Mill. DM herab.

Das AK der AG. für Feinmechanik vormals etter & Scheerer, – Tuttlingen, wurde im Verhältnis 1:1 auf 4,322 Mill. DM umgestellt.