Wenn ich heute nach 43 Jahren zurückschaue, nachdem ich in der Zwischenzeit mich mit meinem Lebensschifflein viel – nicht nur bildlieh, sondern auch wörtlich genommen – auf hoher See bewegt und große Wellen geritten habe, Klippen, Sturm und hartem Winde begegnet bin, so will es mir scheinen, daß, um als Schiffbauer zu sprechen, das Schifflein größten Beanspruchungen ausgesetzt gewesen ist. Diesen Beanspruchungen hat es aber standgehalten, wenn auch die Takelage hie und da stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Immer hat der Kapitän des Schiffes mit beiden Beinen an Deck am Ruder gestanden." Mit diesen Worten charakterisiert Gustav Wrobbel, gebürtiger Danziger, seine Lebenserfahrungen. Der Titel seines Buches, "Weltfahrt eines Schiffbauers" (Wolfgang Krüger Verlag, Hamburg, 445 S., Leinen 12 DM), ist keine unberechtigte Metapher. Gustav Wrobbel war zeitweise Inhaber eines Lehrstuhls für Schiffbau an der chinesischen Universität von Woosung-Schanghai und hat eine regelrechte Reise rund um den Erdball machen dürfen. In beiden Weltkriegen vertrat er seine Disziplin praktisch in den verschiedensten Ländern, und so haben sich auch in diesen Jahren immer wieder gewandelte Aspekte vor seinem klaren, geraden, nie der Ermüdung erliegenden Blick. Dem besinnlichen Leser des Bandes konkretisiert sich die Fülle eines tätigen Lebens als ein bewegender Zuwachs an Weite und Welt. Die heranwachsende Jugend lauscht hier mit sicherem Gewinn einem Mann, der ihr ohne Eitelkeit einen faszinierenden Lebensberuf erschließt und, indem er das verpflichtende glückhafte Geschenk kerniger Vitalitat vergegenwärtigt, ihren Sinn auch auf tiefere Bezüglichkeiten lenkt -ai-