Wer sich durch den kitschigen Titel „Liebesrausch auf Capri“ nicht abhalten läßt, erlebt einen wirklich guten Unterhaltungsfilm. Die junge amerikanische Pianistin Manina (Joan Fontaine) und der New Yorker Ingenieur Lawrence (Joseph Cotten), der sich von seiner Frau scheiden lassen will, lernen sich unter der Sonne Italiens kennen und lieben. Sie versäumen ihr Flugzeug, das sie nach Amerika zurückbringen sollte, und hören kurz darauf, daß es mit allen Passagieren abgestürzt ist. Da sie selbst für die Welt nun auch tot sind, beschließen sie, in Italien zu bleiben und hier das neue Leben ihrer Liebe zu beginnen. Wie dann durch den Besuch von Lawrence’ Frau in Italien der große Konflikt entsteht und wie dieser durch die bewundernswerte Haltung der drei Hauptpersonen seine Lösung findet, das alles ist mit unvergleichlicher Noblesse gestaltet. William Dieterle führte die Regie dieses Films, dessen Drehbuch nach der Erzählung „September affair“ von Fritz Rotter entstand. Neben der ansprechenden Handlung und dem dezenten Spiel der Darsteller, von denen noch Françoise Rosay in ihrer Studie als Musiklehrerin hervorzuheben ist, erfreuen die herrlichen Landschaftsaufnahmen aus Italien, die vor allem Capri und Florenz zeigen. (In den Harvestehuder Lichtspielen, Hamburg, und anderen westdeutschen Kinos). w. s.