Wichtig für alles, was mit Fremdenverkehr zu tun hat,und für alle, die sich damit befassen, ist es, sich immer wieder zu sagen, daß Fremdenverkehr besser und richtiger Freundesverkehr hieße – den Begriff prägte der Bundespräsident im vorigen Jahr – und daß ein wesentliches Ingrediens jeglichen Tourismus, trotz seinem durchaus ökonomischen Anliegen, die Gastfreundschaft ist. Es wäre gut, unsere Hotels einmal daraufhin prüfend zu betrachten. Es ist nicht nur der technische Komfort, sondern auch die "gastronomische Atmosphäre", auf die es ankommt. Und zu der könnte das Hotelpersonal ohne größere Mühe oft mehr beitragen, als es gemeinhin tut. Man plant ein Hochschulinstitut an der Frankfurter Universität für die Ausbildung eines mit allen Wassern wissenschaftlicher Erkenntnis gewaschenen Fremdenverkehrsnachwuchses. Man sollte dabei nicht nur auf geographische, verkehrstechnische und Sprachkenntnisse achten, sondern auch – auf Liebenswürdigkeit. Eine weitere kleine Mahnung sei bei allem Lobenswerten, bei der Anerkennung des verkehrstechnischen Erfolges und des Aufbaueifers erlaubt: ein künstlerisch größerer Aufwand in der Werbung des Fremdenverkehrs (Plakate und Publikationen jeder Art) würde sich auf die Dauer, wie das Beispiel der Schweiz zeigt, rentieren. Und ganz herrlich wäre es, wenn der Fremdenverkehr die Superlative und hochromantischen Gemeinplätze aus seinem Vokabular streichen würde. K. St.