Seid gut zu den Armen – das ist die Devise, mit der eine Gruppe Kinder vom Montmartre ihre Sommerferien verbringt. Es sind arme Kinder: ein Negerjunge mit zerrissenem Hosenboden, ein Mädchen, das die ersten Nylonstrümpfe vorsichtig über die Beine streift, zwei, drei Jungen mit der Weisheit der Kinder in den Augen (einer Weisheit, die man offenbar später gegen die Segnungen der Pubertät eintauscht), ein Hund... Freilich: eigentlich wollen sie zuerst gut zu sich selbst sein, will sagen: sie wollen viel Geld verdienen und zu diesem Zweck stehlen sie die verwöhnten Schoßhunde reicher Leute und liefern sie gegen ein reichliches Lösegeld wieder ab. Aber sie können das Geld nicht ausgeben, denn jeder weiß ja, daß sie arme Kinder sind. Da entdecken sie zum erstenmal, was die reichen Leute offenbar nicht sehen: man kann sogar mit Geld Gutes tun. Sie schicken Hungernden Lebensmittelpakete, denen, die Lumpen tragen, neue Kleider, einem Maler, dem die Staffelei von ihrem Hund umgerissen wurde, neues Malzeug. Und immer steht auf den Paketen Viele Grüße vom lieben Gott. „Keine Ferien für den lieben Gott“ – so heißt der französische Film, den der Regisseur Robert Vernay mit Kindern von der Straße, mit Pariser Kindern, gedreht hat. Und also spielen nicht nur die Kinder mit, sondern auch Paris, die Gegend vom Montmartre am Sacré Coeur. Die Erwachsenen in diesem Film sind sehr dankbar für die Grüße des lieben Gottes. Sie sagen: Es wird aber auch Zeit, daß er sich einmal wieder um uns kümmert.

Der schöne Film ist nun endlich auch zu uns gekommen (Hamburg, Urania). P. H.