Die Menschen sind in diesen Zeiten große! Verwirrung im unklaren über die Ereignisse und hoffen, die wahren Begebnisse in der Welt zu erfahren." So sagte Benjamin Cohen, stellvertretender Generalsekretär der UNO zu den 500 in Genf’versammelten Delegierten, die der Einladung der UNO zu einer Konferenz für Presse- und Nachrichtenfreiheit gefolgt waren. Von einer gewissen Politikergruppe und ihren Vorbehalten abgesehen, dürfte er. der Zustimmung der ganzen Menschheit gewiß sein, die mit Angstschweiß auf der Stirn sich an der Schwelle des dritten Weltkriegs fühlt; denn wo gäbe es wohl Leute, die in gefährlichen Zeiten die Unwissenheit oder die Lüge dem wahren Bild der Wirklichkeit vorzögen! Der von der Konferenz zum Vorsitzenden gewählte Carlos Romulo (Philippinen) charakterisierte die .Saat einer falschen und böswilligen Propaganda und deren Ergebnis, nämlich – Haß- und Hysterie, als "von zerschmetternder Auswirkung", die, "ins Psychologische übertragen, der vernichtenden Wirkung der neuen militärischen Waffen entspräche. Nun, eben erst ist der Atom-Kontrollausschuß der UNO, der eine internationale Überwachung der Atomenergie schaffen sollte; an der Obstruktion, der Sowjetumion gescheitert. Der bisherige Verlauf der Genfer Unterhaltungen läßt in der Tat nicht viel Hoffnung zu, daß es mit der internationalen Bürgschaft für die Freiheit des Wortes und der Wahrheit, mögen sie von noch so viel

Schon am Begriff der Pressefreiheit flammte die Front zwischen Ost West sowjetische Vertreter, sekundiert von seinen Satelliten, wollte die britische und amerikanische Presse, als kapitalistische Machtinstrumente hinstellen, wobei der massive Wortschatz östlicher Propaganda voll zur Geltung kam. Die amerikanische Antwort erläuterte nüchtern, daß inden USA nur jede fünfte Zeitung einem Konzern zugehörig und jede andere völlig unabhängig sei, übte jedoch scharfe Kritik an dem staatlichen Nachrichtenmonopol als schlimmsten Helfershelfer von Kriegshetze und Falschmeldungen Ein britischer Bericht, wie jüngst die Pressefreiheit in der Tschechoslowakei erdrosselt wurde, konnte als Schulbeispiel gelten.

Britisch-amerikanische Anträge fielen auf eine Konvention ab, durch die jede Einmischung von Regierungen, jede Behinderung des freien Nachrichtenverkehrs und der. Bewegungsfreiheit von Journalisten ausgeschlossen werden sollen. Die Russen und ihre Freunde opponieren in jedem Punkt und möchten viel eher Nachrichtenfreiheit recht allgemein als "Kampf für das Prinzip der Demokratie und der Ausmerzung des Faschismus und der faschistischen Weltanschauung" abstempeln, worauf der Abgeordnete Pakistans eine Probe indischen, Witzes ablegte, indem er seine Zustimmung versprach, wenn die Worte "und kommunistischen" hinter dem Wort "faschistischen" eingefügt würden. Der Russe wurde darob ziemlich ärgerlich.

Eine englische Stimme warnte: "Eine Diktatur über das Denken wie über seine Ausdrucksmöglichkeiten und ihre Veröffentlichung mag. sich vorübergehend in Sicherheit wiegen, auf die Dauer wirkt sie aber schwächend und im Laufe der Zeit verderblich." Wir Deutschen sind schlagkräftig darüber belehrt worden; andere scheinen, sich jedoch, der Hoffnung, hinzugeben, daß ein einziger Fall noch nicht beweiskräftig sei. Lz.